Umweltfreundlich & Nachhaltig

Ein innovativer Kunstrasenplatz

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Quickfacts

Eine ökologische Sanierungsmaßnahme

Vorhaben „NKI: Waste Field – Vorhaben zur Wiederverwertung von Materialien insbesondere Mikro-Plastik in vorhandenen Kunstrasensystemen am Beispiel des FC Ober-Abtsteinach“

Bei dieser ökologischen Sanierungsmaßnahme werden 100% des alten Kunstrasensystems inklusive Mikro-Plastik in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt, über 300 t CO2 -Äquivalent eingespart sowie ca. 135 t Abfall vermieden.

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Die Sanierung im Schnelldurchlauf

Gesellschaftliche Relevanz

In Deutschland werden in den kommenden Jahren ca. 6.000 Fußballkunstrasensportplätze, ca. 13.000 Kunstrasen-Sportfelder allgemein und über 30.000 Fußballkunstrasensportplätze in Europa saniert werden müssen. Dies bedeutet: In Summe werden über 1,74 Mio. Tonnen Müll nur für Fußballsportplätze des reinen Fußballbetriebs in Deutschland zu entsorgen sein. Klassisch verwertet würden so insgesamt über 3,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (t CO2 –eq) entstehen.  

Im Rahmen des Modellvorhabens „Waste Field“ – Vorhaben zur Wiederverwertung von Materialien, insbesondere Mikro-Plastik, in vorhandenen Kunstrasensystemen am Beispiel des FC Ober-Abtsteinach e.V. wurde erstmalig eine umweltfreundliche, klimaneutrale und nachhaltige Sanierung durchgeführt. Bei dieser ökologischen Sanierungsmaßnahme wurden 100% des alten Kunststoffrasensystems inklusive Mikroplastik in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Im neuen eingebauten Kunstrasensystem wurde bei der Herstellung erstmalig ein biobasiertes Material auf Rapsölbasis verwendet. Zudem wurden gemahlene Olivenkerne als „In-Fill“-Material eingesetzt. In dieser Kombination ist der neuartige Sportplatz in Ober Abtsteinach ein CO2-Speicher bzw. wird als CO2-Senke anerkannt.

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Informationen zum Projekt

Projektübersicht zur Erneuerung des Kunstrasenplatzes

Unser Ziel

Der aktuelle Kunstrasenplatz weicht einer hochmodernen und umweltfreundlichen Alternative. Unser Ziel ist eine innovative und nachhaltige Gestaltung, die herkömmlichen Kunstrasen in nichts nachsteht. Biobasiert und klimaneutral in der Herstellung bei gleichzeitig hoher Beständigkeit lässt unsere neue Spielfläche keine Wünsche offen.

Im Zuge unserer Sanierungsarbeiten wird das vorhandene Kunstrasensystem abgetragen, recycelt, in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt und das neue, biobasierte System auf Rapsölbasis installiert. Das Projekt besteht im Wesentlichen aus den folgenden beiden Komponenten:

 

FCO-Kunstrasenplatz

Wiederverwertung des Alten Kunstrasensystems

Der bisherige Kunstrasenplatz bestand aus Sand, einem Kunstrasenteppich und dem sogenannten SBR Einfüllgranulat, was hauptsächlich aus alten Autoreifen hergestellt wird. Während der Sanierungsarbeiten wird dieser zu über 100 % zurück in den Wirtschaftskreislauf geführt.

Der Sand wird gereinigt und anschließend in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Der alte Kunstrasenteppich wird in Kunststoffgranulat konvergiert und zur Herstellung neuer Kunststoffteile genutzt.

Die problematischste Komponente war das SBR Granulat, in Fachkreisen auch als Mikro-Plastik betitelt. Hier ist eine höchst professionelle Aufbereitung mit modernsten Techniken vorgesehen. Das aufbereitete Granulat findet Verwendung im Unterbau/Elastizitätsschicht neuer Kunstrasenplätze.

realisierung des Neuen Kunstrasensystems

Das neue Kunstrasensystem wurde ökologisch hergestellt. Durch die Verwendung erneuerbarer Energien während der Produktion konnte zudem eine klimaneutrale Herstellung gewährleistet werden.

Anstatt des SBR Granulates wurden gemahlene Olivenkerne als „In-Fill-Material“ verwendet. Dieses In-Fill dient als Stütze für die Fasern des Kunstrasens und beeinflusst positiv die Traktion des Sportlers mit dem Rasensystem.

Zur besseren Fixierung der Olivenkerne wurden zusätzlich sogenannte Stützfasern aus biobasiertem Material eingearbeitet. Alle Kunststoffrasenfasern basieren auf dem natürlichen Rohstoff: Rapsöl.

 

Der Projektzeitraum

August 2021
August/ September 2021
September 2021
Oktober 2021
Oktober/November 2021
Seit November 2021
Oktober 2036
FCO Projektplanung

Die Planung

Die Planung des Projektes: Hier wurden die Grundlagen einer Wiederverwertung und die finale Planung für das ganze Projekt geschaffen: Bei dieser Planung war das Wesentliche die Vergabe des Monitorings/Auditors und daraus resultierend, die ersten wichtigen Analysen der Materialien des Bestandsplatzes. Zudem wurden in weiteren Analysen die Art der Wiederverwertbarkeit des Kunststoffanteils des Kunstrasens, des Kunststoffgranulates (Mikro-Plastik) und des Sandes ermittelt. Aus dem Ergebnis folgten die weiteren Projektschritte: Beauftragung Planer.

Analysephase

Zu der Grundlage der Wiederverwertung wurden eine Bestandsuntersuchung des vorhandenen Aufbaus gemäß DIN 18035-7: 2019-12 hinsichtlich einer Sanierung durchgeführt. Überprüfte Parameter: Kraftabbau, Querzugfestigkeit, optische Beschaffenheit der Elastikschicht, Bestimmung der Stoffeigenschaften des Kunststoffrasens und Infills. Prüfungen vor Ort sowie Laborprüfungen an vor Ort entnommenem Material. Aus dem Ergebnis folgten die weiteren Projektschritte > Ausschreibung der Sanierung.
projektplan

Planung der Sanierung

Der ganze Verwertungs-, Herstellungs- und Sanierungsprozess wurde durch ein Monitoring auditiert und begleitet.
Insbesondere löst dieses umweltfreundliche Sanierungs-Projekt drei markante Umweltthemen in einem:
1) Abfallentsorgung / Wiederverwertung des Bestandsplatzes
2) CO2 - Reduktion in der Herstellung und CO2 - Speicherung durch Verwendung biobasierter Materialien für den neuen Platz
3) Mikroplastik-Verwertung
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Beginn der Sanierung

Die reine investive Sanierungsmaßnahme des Platzes begann am 11 Okt. und endete am 2 Nov. 2021.
Zuerst wurde der Bestandsplatz behutsam abgetragen, verpackt und aufgenommen. Anschließend wurde die vorhandene Elastizitätsschicht im Trockenreinigungsverfahren gereinigt und punktuell ausgebessert. Zudem kamen Verfestigungsmaßnahmen der Elastikschicht, die Prüfung und Reinigung der Drainage, sowie die Überprüfung des Blitzschutzes.
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Die Erneuerung

Innovatives biobasiertes System

Der Punkt beinhaltete: Biobasiertes System auf Rapsölbasis liefern und installieren (inklusiv ca. 13 kg/m² Quarzsand und 2 kg/m² gemahlene Olivenkerne), Einmessen und Aufbringen der erforderlichen Spielfeldliniatur mehrfarbig und seitlich-gelagerte Sportgeräte wieder installieren.
FCO-Kunstrasenplatz-1

Auswertung

Auswertung der Messergebnisse, Zusammenführen der Projektdokumentation
recycling

Ende der Nutzungsdauer

Das Kunstrasen System kann nach der zu erwartenden Nutzungsdauer von ca. 15 Jahren wieder zu 100% recycelt und als Rohstoff für ein neues Kunstrasen System eingesetzt werden.

Der Umwelt gutes tun

Bei der Sanierungsmaßnahme werden 100 % des alten Kunstrasensystems inklusive Mikroplastik in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Durch eine ökologische Herstellung und die entfallende thermische Entsorgung können insgesamt über 300 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart sowie ca. 135 Tonnen Abfall vermieden werden. Unter dem Gesichtspunkt des bundesweiten Größenvergleichs aller Kunstrasenfußballfelder und der Anwendung dieser umweltfreundlichen Sanierungsmethode können im Schnitt 377 Tonnen CO2-Äquivalent und ca. 160 Tonnen Abfall pro Platz vermieden werden. 

Das hier eingesetzte biobasierte Material: Unter Einsatz innovativer Techniken und Methoden wird das Ethylen für die Herstellung von Polyäthylen aus dem pflanzlichen Rohstoff Raps hergestellt. Durch den Einsatz pflanzlicher Rohstoffe entsteht bei der Herstellung des Polyäthylens eine Kohlenstoffsenke: Bedeutet, anstatt ca. 2,2 kg CO2, wie bei der klassischen Herstellung durch Rohöl, zu emittieren, werden der Umwelt ca. -0,59 kg CO2 –eq pro kg Polyethylen entnommen- CO2 Senker! 

Nach einer geplanten Nutzungsdauer von 15 Jahren kann das neue Kunstrasensystem außerdem wieder vollständig recycelt und als Basis für ein weiteres Kunstrasensystem eingesetzt werden. Somit leisten wir mit diesem Projekt einen konkreten Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung wie der EU.

Wir für die Region

Sportbegeisterten die Möglichkeit qualitätvollen Trainings geben und Bewegeungsmuffeln zur Motivation im Sport verhelfen – Jung wie Alt soll sich bei uns wohlfühlen.

Wir möchten mit gutem Beispiel in Sachen Umweltbewusstsein in der Region und über die Region hinaus vorangehen und zeigen, dass ein pflanzenbasierter Kunstrasen exzellente Platzbedingungen schafft.

Mit unserer wetterbeständigen, pflegeleichten Alternative schaffen wir einen Mehrwert für die gesamte Region – wir freuen uns schon darauf, unsere ersten Gäste auf dem neuen Platz begrüßen zu dürfen.

Reduzierung CO2 Ausstoß

Vermeidung von der Verbrennung von Kunststoffabfällen

Vermeidung von Mikroplastik

Das in der Folge in den Boden, die Wälder und die Meere übergehen kann

Recycling statt Müllberge

Auch nach der Nutzungsdauer kann der Sportplatz wieder recycelt werden

Vorbild sein für andere Vereine

Dieses Problem betrifft zahlreiche Sportplätze in der Region, in Deutschland und der EU.

Handlungsempfehlung
für Kommunen und Vereine

Wichtig: Immer Hinterfragen! Ihr seid der Kunde und Ihr bestimmt!

1

Strebt eine Untersuchung Eures Bestandsplatzes vor der Sanierung an und lasst die verwendeten Materialien analysieren. Das Hilft bei der Planung der Wiederverwertung und Ihr bekommt eine konkrete Aussage über die Beschaffenheit des Untergrundes/ Elastizitätsschicht.

2

Versucht, dass möglichst alle Materialien des alten Kunstrasensystems in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden (abhängig von der Materialanalyse). Fordert unbedingt die Verwertungsnachweise der einzelnen Materialen von den ausführenden Firmen ein und regelt das am besten vertraglich. Eine Rechnung sollte Euch nicht als Verwertungsnachweis genügen! Verlangt daher schon bei der Ausschreibung/Vergabe die Zertifizierungsnachweise bis hin zu den Trennungsprotokollen der Materialien oder gar die Endnutzernachweise.

3

Der neue Kunstrasen sollte auf recyceltem oder biobasiertem Material bestehen. Verwendet kein erdölbasiertes Material und kein Kunststoffgranulat als Infill! Wenn Ihr ein Infill nutzen möchtet, überlegt Euch auch aufgrund Eurer geographischen Lage und Witterungsbedingungen, welches Infill Material und Kunstrasensystem hierfür in Frage kommt. Solltet Ihr Euch für ein biobasiertes Material entscheiden, beachtet wo der pflanzliche Rohstoff angebaut wird.

4

Einen Kunstrasenplatz zu bewässern ist Wasserverschwendung!

Beteiligte Partner